DMARC einrichten in Österreich –
Schritt-für-Schritt Anleitung 2026
72 % der österreichischen KMU haben keine korrekte DMARC-Konfiguration. Das bedeutet: Angreifer können jetzt E-Mails in Ihrem Namen versenden – und Ihre Kunden sehen keinen Unterschied zu echten Mails. Diese Anleitung zeigt, wie Sie das in wenigen Schritten ändern.
Was ist DMARC?
DMARC (Domain-based Message Authentication, Reporting and Conformance) ist ein DNS-basiertes E-Mail-Sicherheitsprotokoll. Es legt fest, was mit E-Mails passieren soll, die vorgeben, von Ihrer Domain zu kommen – aber nicht von Ihnen stammen.
Stellen Sie sich vor: Jemand versendet tausende E-Mails als chef@ihr-unternehmen.at mit der
Aufforderung, eine Rechnung zu überweisen. Ohne DMARC gelangt diese E-Mail problemlos in den Posteingang
Ihrer Kunden und Partner. Mit DMARC wird sie auf Serverebene abgeblockt – bevor sie auch nur gesehen wird.
Schritt 1: Voraussetzungen – SPF und DKIM
SPF einrichten
SPF definiert, welche Mailserver berechtigt sind, E-Mails für Ihre Domain zu versenden. Der Eintrag wird als TXT-Record in Ihrem DNS gesetzt:
v=spf1 include:_spf.google.com include:_spf.mailtrap.io ~all
Ersetzen Sie die include:-Einträge durch die Mailserver, die Sie tatsächlich verwenden
(z.B. Google Workspace, Microsoft 365, Sendgrid). Den richtigen Wert finden Sie in der Dokumentation
Ihres E-Mail-Anbieters.
DKIM einrichten
DKIM fügt jeder ausgehenden E-Mail eine digitale Signatur hinzu. Der öffentliche Schlüssel wird als DNS TXT-Record veröffentlicht, die Signatur wird vom Mailserver automatisch angehängt.
google._domainkey.ihr-unternehmen.at. IN TXT "v=DKIM1; k=rsa; p=MIIBIjAN..."
Den tatsächlichen Wert erhalten Sie aus der Admin-Konsole Ihres E-Mail-Anbieters. Bei Google Workspace unter Admin → Apps → Gmail → E-Mail-Authentifizierung.
Schritt 2: DMARC-Eintrag erstellen
Der DMARC-Eintrag wird als TXT-Record bei _dmarc.ihr-unternehmen.at gesetzt:
v=DMARC1; p=none; rua=mailto:dmarc-reports@ihr-unternehmen.at; ruf=mailto:dmarc-reports@ihr-unternehmen.at; fo=1;
Die wichtigsten Parameter erklärt
| Parameter | Wert | Bedeutung |
|---|---|---|
v | DMARC1 | Protokoll-Version, immer DMARC1 |
p | none / quarantine / reject | Was mit nicht-authentifizierten E-Mails passiert |
rua | mailto:... | E-Mail-Adresse für tägliche Aggregate-Reports |
ruf | mailto:... | E-Mail-Adresse für Failure-Reports (einzelne Fehler) |
pct | 1–100 | Prozent der E-Mails, auf die die Policy angewandt wird |
sp | none / quarantine / reject | Policy für Subdomains |
fo | 0 / 1 / d / s | Wann Failure-Reports gesendet werden (1 = immer) |
Schritt 3: Schrittweiser Rollout
Der wichtigste Rat: Aktivieren Sie DMARC nie sofort auf „reject". Ein stufenweiser Rollout über 4–6 Wochen verhindert, dass legitime E-Mails blockiert werden.
Woche 1–2: Monitor (p=none)
Alle E-Mails werden zugestellt, Reports werden gesammelt. Sie sehen, welche Server E-Mails in Ihrem Namen versenden.
v=DMARC1; p=none; rua=mailto:dmarc@ihr-unternehmen.at;Woche 3–4: Quarantäne (p=quarantine, pct=25)
25 % der nicht authentifizierten E-Mails landen im Spam. Sie können testen, ob legitime Mails betroffen sind.
v=DMARC1; p=quarantine; pct=25; rua=mailto:dmarc@ihr-unternehmen.at;Woche 5–6: Vollständige Ablehnung (p=reject)
Alle nicht authentifizierten E-Mails werden direkt abgewiesen. Phishing mit Ihrer Domain wird unmöglich.
v=DMARC1; p=reject; rua=mailto:dmarc@ihr-unternehmen.at; sp=reject;Schritt 4: Monitoring und Reports auswerten
DMARC-Reports kommen als XML-Dateien per E-Mail. Sie sind für Menschen kaum lesbar – verwenden Sie ein Report-Tool:
- DMARC Analyzer (dmarcanalyzer.com) – kostenloser Einstieg, gute Visualisierung
- Google Postmaster Tools – kostenfrei für Google-Traffic
- Mailmeister DMARC Monitoring – wir analysieren Ihre Reports und handeln bei Missbrauch
Im Report sehen Sie: Welche IPs versenden E-Mails in Ihrem Namen? Welche bestehen SPF/DKIM? Gibt es aktive Missbrauchsversuche?
Fazit: DMARC schützt Ihre Domain und Ihre Kunden
Die Einrichtung von DMARC ist kein einmaliges Projekt, sondern ein laufender Prozess. Der technische Aufwand ist überschaubar – der Schutz, den es bietet, ist erheblich.
Wenn Sie sich unsicher sind, ob Ihre aktuelle Konfiguration korrekt ist – oder ob SPF und DKIM bereits funktionieren – helfen wir gerne mit einem kostenlosen E-Mail Security Check.
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